Aktualisiert am 26. August 2025
Disputation meistern
Ablauf, Vorbereitung und Tipps
Im folgenden Artikel findest du Antworten auf alle Fragen rund um die Verteidigung der Dissertation:
- Was bedeutet Disputation?
- Disputation, Kolloquium und/oder Rigorosum?
- Was erwartet mich während der Disputation? Wie läuft die Verteidigung ab?
- Wie lange dauert der Disputationsvortrag?
- Wie kannst du dich auf die Disputation vorbereiten?
- Wie ist ein Disputationsvortrag aufgebaut?
- Wann findet die Disputation statt?
- Wie erfahre ich, wann der Termin für meine Verteidigung ist?
Aber es geht auch um Fragen wie:
- Findet die Disputation öffentlich statt?
- Darf ich nach der Verteidigung den Doktortitel führen?
- Welche Noten gibt es für die Disputation und wie zählt diese?
- Wann erfahre ich die Note für die Disputation?
- Kann ich bei der Verteidigung durchfallen?
- Kann ich meine Note durch die Disputation verschlechtern?
- Kann ich die Disputation wiederholen?
- Wie wird die bestandene Disputation gefeiert?
In den allermeisten Fällen wird deine Disputation so ablaufen, wie ich sie hier beschreibe. Aber jede Universität und jeder Fachbereich hat andere Reglungen. Vielleicht wirst du deine Note also nicht direkt nach der Verteidigung mitgeteilt bekommen. Oder du musst zwei kurze Vorträge statt einem halten.
Schau also am besten in deine Promotionsordnung, wenn du wissen willst, wie der Ablauf der Disputation bei dir ist. Frag in deinem Prüfungsamt nach. Und sprich mit Personen, die bereits bei dir am Lehrstuhl promoviert haben.
Was bedeutet Disputation?
Die Disputation ist eine mündliche Prüfung und zählt neben der schriftlichen Prüfungsleistung (deiner Dissertation) zur Note deiner Promotion. Sie ist ein wissenschaftliches Streitgespräch zwischen der Doktorand*in und einer aus Hochschullehrenden bestehenden Prüfungskommission.
In der Disputation wird zum einen überprüft, dass du deine Arbeit tatsächlich selbst verfasst hat. Zum anderen zeigst du, dass du dich mit deinem Thema auskennst.
Folgende Funktionen hat die Disputation:
Präsentation deiner Doktorarbeit
Überprüfung, dass du dich mit dem Thema auskennst
Überprüfung, dass du die Arbeit selbst verfasst hast
Überprüfung deiner Fähigkeit, wissenschaftlich zu argumentieren und dich in der Diskussion zu behaupten
Bewertung deiner Leistung als Teil der Gesamtnote der Promotion
Alternativ wird statt Disputation auch der Begriff Disputatio verwendet oder einfach das deutsche Wort Verteidigung. In Österreich ist die Bezeichnung Defensio üblich.
Damit du bei deinem Disputationsvortrag keine unnötigen Fehler machst, hab ich das Profi-Disputations-Kit für dich entwickelt, mit dessen Hilfe du dich auf den Vortrag vorbereiten kannst (0 €).
Disputation, Kolloquium und/oder Rigorosum?

Die Disputation ist nicht die einzige Form der mündlichen Prüfung. Es kann sein, dass du anstatt der Disputation (oder zusätzlich) ein Rigorosum machen musst. Eventuell wirst du auch für ein Prüfungskolloquium einbestellt.
Was verbirgt sich hinter diesen Begriffen? Sind es am Ende doch nur Synonyme?
Nein, es gibt Unterschiede und ein Rigorosum oder Prüfungskolloquium ist nicht dasselbe wie eine Disputation.
Das Rigorosum
Das Rigorosum ähnelt mehr einer mündlichen Prüfung, wie du sie aus dem Studium gewohnt bist. Allerdings wird mehr Fachwissen vorausgesetzt. Du solltest dich mit deinem Promotionsfach und Studienfach gut auskennen und Fachfragen dazu beantworten können. Manchmal werden vorab auch ein oder mehrere Schwerpunktthemen festgelegt, zu denen auch das Promotionsthema gehören kann. Das Rigorosum ist zumeist nicht öffentlich.
Das Prüfungskolloquium
Das Prüfungskolloquium kann als Mischform von Disputation und Rigorosum betrachtet werden. Im Kolloquium hältst du im Regelfall sowohl einen Vortrag über deine Dissertation und bekommst im Anschluss fragen dazu gestellt. Außerdem werden dir Fragen gestellt, die über das Promotionsthema hinausgehen. Eventuell wird für diesen zweiten Teil ein Schwerpunktthema festgelegt, über das du vor der Fragerunde referierst.
Wenn du wissen willst, welche Art der Prüfung du am Ende deiner Promotion ablegen musst, schaust du am besten in die Prüfungsordnung deines Promotionsfachs.
Was erwartet mich während der Disputation? Wie läuft die Verteidigung ab?
Disputationen bestehen normalerweise aus zwei Teilen:
- Dem Disputationsvortrag
- Der eigentlichen Verteidigung (Diskussion)
Im Disputationsvortrag präsentierst du deine Doktorarbeit. Oft ist es möglich und auch erwünscht, dass du deinen mündlichen Vortrag durch eine Power Point Präsentation und/oder ein Thesenpapier unterstützt. Bei zahlreichen Disputationscoachings ist mir aufgefallen, dass beim Disputationsvortrag immer wieder dieselben Fehler gemacht werden. Die gute Nachricht: Die meisten davon lassen sich leicht vermeiden. Im Profi-Disputations-Kit (0 €) stelle ich dir die sieben häufigsten Fehler vor und zeige dir konkrete Strategien, wie du sie umgehen kannst – damit du beim Vortrag keine unnötigen Punkte verschenkst.
Eine Sache, die du bei deiner zeitlichen Planung berücksichtigen solltest:
Es kann sein, dass du die Präsentation / das Thesenpapier vorab einreichen musst!
Nach deinem Vortrag wird deine Doktorarbeit diskutiert. Die Professor*innen, die zum Prüfungsausschuss gehören, stellen Fragen zum Vortrag und zu deiner Dissertation. Manchmal werden auch Fragen zu angrenzenden Bereichen gestellt. Eventuell werden auch weitere anwesende Personen Fragen stellen.
Aus meiner Erfahrung ist die Diskussion der Teil der Disputation, vor dem Promovierende am meisten Respekt haben. Verständlich: Während du beim Vortrag die Inhalte steuerst, bringt die Diskussion eine gewisse Unvorhersehbarkeit mit sich – kritische oder unerwartete Fragen können durchaus herausfordernd sein.
Damit du auch diesen Teil der Disputation mit einem sicheren Gefühl meisterst, habe ich den Kurs „Deine perfekte Diskussion“ entwickelt. Dort erarbeiten wir gemeinsam Strategien für souveräne Antworten, den professionellen Umgang mit schwierigen Fragen und den Aufbau eines selbstsicheren Auftritts. Je besser du vorbereitet bist, desto gelassener kannst du in die Verteidigung gehen – und genau dabei unterstützt dich dieser Kurs.
Nach dem Diskussionsteil berät sich der Prüfungsausschuss (da bist du nicht dabei). Im Normalfall bekommst du die Note für die Verteidigung dann direkt mitgeteilt.
Wie lange dauert der Disputationsvortrag?
Bei deiner Disputation darfst du deine Doktorarbeit in einem Vortrag präsentieren. Der Disputationsvortrag dauert in der Regel zwischen 20 und 45 Minuten.
Manchmal ist auch nur die Gesamtdauer der Disputation in der Promotionsordnung festgelegt. Die gesamte Verteidigung inklusive Diskussion dauert üblicherweise 60 bis 90 Minuten.

Wie kannst du dich auf die Disputation vorbereiten?
1. Die inhaltliche Vorbereitung auf die Verteidigung
Du solltest dich auf verschiedenen Ebenen auf die Verteidigung deiner Doktorarbeit vorbereiten. Zum einen auf den Inhalt. Ich würde dir raten, dir deine Doktorarbeit noch einmal komplett durchzulesen, vor allem, wenn die Abgabe schon länger zurückliegt. Wenn du die Möglichkeit hast, vorab die Promotionsgutachten zu lesen, solltest du unbedingt davon Gebrauch machen.
Die Gutachten geben dir wichtige Hinweise darauf, welche Fragen du vom Prüfungsausschuss zu erwarten hast. Konzentriere dich nicht nur auf negative Punkte, sondern schau auch, was die Professor*innen gut an deiner Arbeit fanden. Greife auch nicht alle Kritikpunkte bereits in deinem Vortrag auf. Bereite stattdessen eine fundierte Antwort darauf vor, denn es ist recht wahrscheinlich, dass du dazu eine Frage gestellt bekommst.
2. Die mentale Vorbereitung auf die Verteidigung
Vergiss nicht, dich auch mental auf die Verteidigung vorzubereiten. Falls du Angst vor der Disputation hast, führe dir vor Augen, dass die allermeisten Disputationen wohlwollend ablaufen. Die Gutachter haben die Arbeit bereits für promotionswürdig befunden, sonst würdest du deine Dissertation jetzt nicht verteidigen.
Trotzdem kann es natürlich sein, dass kritische Fragen kommen. Freue dich darüber, denn je kritischer die Frage, umso besser hast du die Möglichkeit zu zeigen, was in dir steckt! (und in deiner Doktorarbeit)
Denk daran, es ist nicht notwendig, dass die anwesenden Professor*innen mit jeder methodischen oder inhaltlichen Entscheidung, die du in deiner Doktorarbeit getroffen hast, übereinstimmen. Es ist nur wichtig, dass du gut begründen kannst, warum du etwas so und nicht anders gemacht hast.
3. Hole dir Feedback
Wenn du Bammel vor der Verteidigung hast, ist das ganz normal. Etwas Lampenfieber schadet auch nicht. Falls dir Vorträge und Präsentationen vor Publikum generell unangenehm sind, dann ist es jedoch umso wichtiger, den Vortrag einzuüben.
Hole dir Feedback ab, wie du bei der Präsentation wirkst. Das können dir auch Freund*innen und Familienmitglieder geben, die inhaltlich nichts von deiner Doktorarbeit verstehen. Vielleicht fängst du jeden zweiten Satz mit „also“ an? Oder du stehst verkrampft und wie ein Häufchen Elend da?
Kein Grund zu verzagen. Das lässt sich üben. Nimm das Feedback an, übe dich im freien Sprechen (oder Vorlesen, wenn das in deinem Fach üblich ist) und dann auf in den Kampf! Äh, in die Verteidigung!
Neben diesem Feedback zu dir als vortragender Person, solltest du dir auch Feedback zum Vortrag holen. Dieses Mal von Personen, die vom Fach sind. Das können z.B. anderen Promovierende oder Kolleg*innen sein. Sie können dir rückmelden, ob dein Vortrag verständlich ist, einen roten Faden hat und – wenn sie dein Promotionsprojekt kennen – ob die wichtigsten Punkte vorkommen.
Mit diesem Fachpublikum kannst du auch die anschließende Diskussion üben. Eine meiner Lieblingsübungen ist die Good Cop/Bad Cop-Übung. Instruiere eine Person, dir besonders wohlwollende Frage zu stellen und eine andere, dich mit kritischen Fragen auf die Probe zu stellen.
4. Bereite dich mit professioneller Unterstützung auf die Disputation vor
Wenn du Respekt vor der Disputation hast – was völlig normal ist, schließlich ist es deine erste – oder wenn du einfach sicherstellen möchtest, bei der Vorbereitung keinen wichtigen Punkt zu übersehen, dann schau dir den Kurs „Meine perfekte Diskussion“ an.
Darin zeige ich dir nicht nur, welche Fragen in einer Disputation typischerweise gestellt werden, sondern auch, wie du bei kritischen, schwierigen oder sogar unsachlichen Rückfragen souverän reagierst.
Du kannst den Kurs als Selbstlernversion absolvieren oder in der Premium-Variante buchen. Diese umfasst:
- Individuelles Vortragstraining, in dem du konkrete Verbesserungsvorschläge zu Inhalt, Struktur und Wirkung deiner Präsentation erhältst.
- Eine realistische Diskussionssimulation mit Feedback dazu, wie du bei deinen Antworten noch kompetenter und überzeugender wirkst.
Wie ist ein Disputationsvortrag aufgebaut?
Je nach Fach kann der Aufbau des Disputationsvortrags variieren. Folgende Punkte sind normalerweise Bestandteil des Vortrags:
- Relevanz deines Themas
- Deine Fragestellung und ggf. Thesen/Hypothesen
- Methodik (mit Begründung)
- Theorie(n) (mit Begründung)
- Ergebnisse deiner Doktorarbeit
- Einordnung in die bestehende Forschung
- Forschungsdesiderate (Was konntest du nicht erforschen?)
Bespreche unbedingt mit deiner Betreuer*in, wie sie oder er sich den Vortrag vorstellt.
Wann findet die Disputation statt?
Nachdem du deine Dissertation eingereicht hast, haben die Gutachter*innen Zeit, diese durchzulesen, zu bewerten und ein Gutachten zu erstellen. Das kann ein paar Wochen dauern, aber auch einige Monate. Danach liegt die Dissertation einen bestimmten Zeitraum aus. Häufig sind das zwei Wochen während der Vorlesungszeit oder vier Wochen außerhalb der Vorlesungszeit. Das gibt anderen Personen aus deinem Fachbereich die Möglichkeit, sich ein Bild deiner Doktorarbeit machen zu können. Manchmal ist diese Einsichtnahme auf Hochschullehrende beschränkt oder promovierten Mitgliedern des Fachbereichs vorbehalten.
Wie erfahre ich, wann der Termin für meine Verteidigung ist?
Du bekommst eine Mitteilung – üblicherweise per Post – des Promotionsbüros oder Prüfungsamtes mit Ort und Datum der Prüfung.
Manchmal bekommst du auch eine Mitteilung, dass der Begutachtungsprozess abgeschlossen ist und musst dann selbst – in Rücksprache mit deiner Betreuung – einen Termin organisieren.

Findet die Disputation öffentlich statt?
Ja, die Disputation ist in der Regel eine öffentliche Veranstaltung. Manchmal ist neben der Prüfungskommission auch nur die Hochschulöffentlichkeit eingeladen, das heißt nur Mitglieder (Studierende, Mitarbeitende, Professor*innen) deiner Universität. In diesem Fall können deine Eltern und deine Partner*in sich deinen Vortrag und die Diskussion nicht ansehen.
Darf ich nach der Verteidigung den Doktortitel führen?
Nein, den Titel darfst du nicht direkt führen. Denn in Deutschland gibt es für Doktorarbeiten eine Publikationspflicht. Erst danach darfst du dir den „Doktor“ bzw. die „Doktorin“ auf dein Klingelschild setzen.
An manchen Universitäten reicht ein Verlagsvertrag aus, um den Doktortitel führen zu können. Mit diesem bekommst du deine Promotionsurkunde ausgehändigt und darfst dich ab sofort Doktor*in nennen. Allerdings musst du der Veröffentlichungspflicht dann in dem von der Universität festgesetzten Zeitrahmen (z.B. ein Jahr) auch nachkommen, sonst erlischt das Recht.
Außerdem gibt es Universitäten, die dir unter bestimmten Voraussetzungen erlauben, ein „Dr. des.“ zu führen. Zu diesen Voraussetzungen kann die bestandene Disputation gehören oder aber zusätzlich ein Verlagsvertrag. „Dr. des.“ steht für „doctor designatus“ und darf dann vor dem Namen geführt werden, bis die Veröffentlichung abgeschlossen ist.
Wie es an deiner Universität aussieht, kannst du deiner Promotionsordnung entnehmen.
Und noch eine kleine Feinheit: Der Doktortitel ist genaugenommen gar kein Titel, sondern ein akademischer Grad.
Welche Noten gibt es für die Disputation und wie zählt sie?
Für die Verteidigung werden die gleichen Notenstufen vergeben wie für die Dissertation (also deine schriftliche Prüfungsleistung) selbst: summa cum laude, magna cum laude usw. (hier alle Infos zu Promotionsnoten).
Die Promotionsnote wird ebenfalls in deiner Promotionsurkunde festgehalten. Normalerweise zählt die schriftliche Prüfungsleistung (= deine Doktorarbeit) mehr als die mündliche Prüfung (= die Disputation).
Wann erfahre ich die Note für die Disputation?
Deine Note erfährst du meistens direkt im Anschluss an die Verteidigung. Das Komitee beratschlagt sich ohne dich und bittet dich dann wieder in den Raum, um dir die Note mitzuteilen.
Kann ich bei der Verteidigung durchfallen?
Theoretisch kannst du bei der Disputation durchfallen. Dies ist aber sehr unwahrscheinlich, zumindest nicht, wenn du dich gut vorbereitet hast und diese Fehler vermeidest. Schließlich hat die Prüfungskommission deine Arbeit bereits gelesen und für promotionswürdig befunden. Meistens geht es in der Disputation vor allem darum, deine Note zu bestätigen. Siehe dazu auch die folgende Frage:
Kann ich meine Note durch die Disputation verschlechtern?
Wenn du in allen Gutachten die Bestnote erhalten hast (ein summa cum laude), möchtest du dieses Ergebnis natürlich halten. In solchen Fällen wird bei der Disputation in der Regel auch eine entsprechende Top-Leistung erwartet – und manchmal wird besonders genau hingeschaut.
Falls du dagegen die niedrigsten noch ausreichede Note bekommen hast (ein rite), ist das Risiko durchzufallen, zumindest theoretisch erhöht. Wie gesagt, kommt das in der Praxis äußerst selten vor. Trotzdem solltest du in diesem Fall deine Disputation besonders sorgfältig vorbereiten.
Bei allen anderen Noten (also weder Bestnote noch unterste Bestehensnote) ist es wahrscheinlich, dass du in der Verteidigung dieselbe Bewertung erhältst wie für deine schriftliche Arbeit.
Voraussetzung ist natürlich, dass du eine solide Präsentation hältst und in der Diskussion zeigst, dass du dich mit deinem Thema intensiv auseinandergesetzt hast. Aber mal ehrlich: Das hast du jahrelang getan. Also kein Grund zur Panik – oder zu späten Selbstzweifeln.
Falls dein Selbstvertrauen trotzdem gerade im Keller ist, lege ich dir meinen Kurs zur Disputationsvorbereitung ans Herz. Dort stärken wir nicht nur deine Selbstsicherheit, sondern bereiten dich auch gezielt auf den großen Tag vor, damit du bei keiner Frage ins Schleudern gerätst.
Vielleicht fragst du dich außerdem, wie stark sich das Ergebnis deiner Disputation überhaupt auf deine Gesamtnote auswirkt?
In den meisten Fällen kann ich dich beruhigen: Selbst wenn deine Disputationsnote schlechter ausfällt als die Bewertung deiner Dissertation, hat das oft nur begrenzten Einfluss. Denn: Die Disputation wird in der Regel geringer gewichtet. Das heißt: Eine Abweichung um eine Notenstufe beduetet also meist, dass dennoch die bessere Note (die der Dissertation) die Gesamtnote bestimmt.
Nur wer ein summa cum laude anstrebt, braucht in der Regel in allen Teilen Bestnoten.
Wenn du zwischen zwei Noten stehst (also die Noten deines Erst- und Zweitgutachten auseinandergehen), kann die Disputationsnote ebenso ausschlaggebend für deine Promotionsnote sein.
Manchmal gibt es bei der Verteidigung auch gar keine Note, sondern du bestehst sie entweder oder nicht.
Kann ich die Disputation wiederholen?
In der Regel kann die Disputation bei Nichtbestehen einmal wiederholt werden. Oft muss dies innerhalb eines bestimmten Zeitraums geschehen, zum Beispiel nach mindestens 3 und höchstens 6 Monaten.
Ein Blick in deine Promotionsordnung verrät dir, wie das in deinem Fall geregelt ist. Aber denke daran: Es ist SEHR unwahrscheinlich, durch die Verteidigung zu fallen. Siehe auch die entsprechende Frage weiter oben.
Was erwartet mich während der Disputation? Wie läuft die Verteidigung ab?
Disputationen bestehen normalerweise aus zwei Teilen:
- Dem Disputationsvortrag
- Der eigentlichen Verteidigung (Diskussion)
Im Disputationsvortrag präsentierst du deine Doktorarbeit.
Oft ist es möglich und auch erwünscht, dass du deinen mündlichen Vortrag durch eine Power Point Präsentation und/oder ein Thesenpapier unterstützt. Bei zahlreichen Disputationscoachings ist mir aufgefallen, dass beim Disputationsvortrag immer wieder dieselben Fehler gemacht werden. Die gute Nachricht: Die meisten davon lassen sich leicht vermeiden. Im Profi-Disputations-Kit (0 €) stelle ich dir die sieben häufigsten Fehler vor und zeige dir konkrete Strategien, wie du sie umgehen kannst – damit du beim Vortrag keine unnötigen Punkte verschenkst.
Eine Sache, die du bei der zeitlichen Planung deiner Vorbereitung berücksichtigen solltest:
Es kann sein, dass du die Präsentation / das Thesenpapier vorab einreichen musst!
Nach deinem Vortrag wird deine Doktorarbeit diskutiert.
Die Professor*innen, die zum Prüfungsausschuss gehören, stellen Fragen zum Vortrag und zu deiner Dissertation. Manchmal werden auch Fragen zu angrenzenden Bereichen gestellt. Eventuell werden auch weitere Personen anwesende Personen Fragen stellen.
Aus meiner Erfahrung ist die Diskussion der Teil der Disputation, vor dem Promovierende am meisten Respekt haben.
Verständlich: Während du beim Vortrag die Inhalte steuerst, bringt die Diskussion eine gewisse Unvorhersehbarkeit mit sich – kritische oder unerwartete Fragen können durchaus herausfordernd sein.
Damit du auch diesen Teil der Disputation mit einem sicheren Gefühl meisterst, habe ich den Kurs „Deine perfekte Diskussion“ entwickelt. Dort erarbeiten wir gemeinsam Strategien für souveräne Antworten, den professionellen Umgang mit schwierigen Fragen und den Aufbau eines selbstsicheren Auftritts. Je besser du vorbereitet bist, desto gelassener kannst du in die Verteidigung gehen – und genau dabei unterstützt dich dieser Kurs.
Nach dem Diskussionsteil berät sich der Prüfungsausschuss (da bist du nicht dabei). Im Normalfall bekommst du die Note für die Verteidigung dann direkt mitgeteilt.

Wie wird die bestandene Disputation gefeiert?
Die Disputation ist vorbei – und jetzt? Solltest du auf jeden Fall feiern, denn das hast du dir mehr als verdient. Je nach Land und Fach gibt es durchaus unterschiedliche Arten, die bestandene Verteidigung zu feiern.
Ein weitverbreiteter Brauch ist ein Doktorhut. Häufig wird dieser mit Gegenständen verziert, die mit der Promotion zu tun haben. In einige Fächern ist es auch üblich, nach der Verteidigung mit Bollerwagen über den Campus oder die Stadt zu ziehen.
Oder es gibt einen formlosen Empfang in einem Seminarraum der Uni. Entweder einfach gehalten mit Plastikbechern und Tütenchips oder etwas vornehmer mit Gläsern und Catering. Manchmal bekommst du als frischgebackene Doktor*in (auch wenn du den Titel noch nicht führen darfst, siehe oben) auch Geschenke überreicht.
Ich bin nach meiner bestandenen Disputation mit meinem Doktorvater, einigen Kolleg*innen und Freund*innen und meiner extra für den Tag 400 km angereisten Mutter in ein Café gegangen und habe dort mit Sekt und Brunch gefeiert.

Nach meiner Disputation – mit selbstgebasteltem Doktorhut und sehr viel Erleichterung im Gesicht.
In der Schweiz ist es üblich, einen Empfang (Apéro) mit Schnittchen und Getränken zu veranstalten. Dazu werden auch Freund*innen und Familie eingeladen – schriftlich und mit Vorlaufzeit.
Auch wenn dir vor der Verteidigung der Sinn nicht nach Partyorganisation steht: Überlege dir, wie du gerne feiern möchtest. Und delegiere die Aufgaben dann entweder oder plane sie entsprechend in deinem Zeitplan ein.
Und vergiss nicht:
Mit einer guten Vorbereitung auf die Disputation stellst du sicher, dass du an dem Tag mit einem guten Gefühl in deine Verteidigung gehst – und es dann auch wirklich etwas zu feiern gibt. Und denk daran: Wenn du dir jemanden an deiner Seite wünschst, begleite ich dich gerne.
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Podcast-Episoden für das Promotionsende
Interview mit Amanda Wichert
Warum es wichtig ist, deine Karriereplanung nicht erst nach der Promotion zu starten und wie dir „Career Dates“ dabei helfen, herauszufinden, was du willst.
Die Gefahr des Fast-Fertig-Seins
Ist deine Diss schon länger “fast fertig”? Oft trügt dieses Gefühl des “Fast-Fertig-Seins”. Ich zeige dir, wie du deine Abschlussphase effektiv planst und welche Tücken du dabei vermeiden solltest.
Förderungsmöglichkeiten für deine Publikation
Im Interview mit Barbara Budrich geht es um Druckkostenzuschüsse & die Finanzierung deiner Publikation. Wir sprechen über Möglichkeiten zur Förderung und über den richtigen Zeitpunkt, einen Verlag zu kontaktieren.
Wer steckt hinter der Promotionsheldin?
Hallo, ich bin Dr. Marlies Klamt!
Jahrelang habe ich selbst nach einem Weg gesucht, glücklich und zufrieden zu promovieren. Ich musste meine eigene Dissertation sogar 2x schreiben, bis ich ihn gefunden habe. Im zweiten Anlauf war ich nicht nur nach 9 Monaten fertig, sondern hatte die beste Work-Life-Diss-Balance meiner gesamten Promotionszeit.
Heute unterstütze ich Doktorandinnen wie dich durch Coachings, Kurse und meinen Podcast "Glücklich promovieren". Ich glaube fest daran, dass alle Superkräfte, die du für eine glückliche Promotion brauchst, bereits in dir schlummern. Lass sie uns gemeinsam wecken!

… und mit welchen Fragen kann man rechnen? Natürlich in Abhängigkeit vom Thema.
Warum haben Sie die Methode x gewählt (Fragebogen) und nicht y?
Grüße
Simone
Liebe Simone,
genau, das könnte eine Frage sein. Fragen können sich auf den Inhalt der Arbeit beziehen, auf die Methode/das Forschungsdesign, aber auch auf den Forschungsprozess (z.B. “Wenn Sie Ihre Promotion heute noch mal starten würden, was würden Sie anders machen?”). Weitere Fragen können Transfertragen sein auf andere Fachbereiche (besonders beliebt aktuell: KI). Eine gute Quelle, um Fragen für die eigene Arbeit zu finden, sind die Gutachten (insofern du sie einsehen darfst).
Liebe Grüße und viel Erfolg bei deiner Disputation
Marlies
Ein kleines Update für alle, die hier die Kommentare lesen: Ich hab inzwischen einen Kurs konzipiert – da gehe ich sehr ausführlich auf verschiedene Fragetypen, typische Fragen und v.a. auch die besten Antwortstrategien ein. Falls das für jemanden interessant klingt, ist hier der Link: https://promotionsheldin.de/deine-perfekte-diskussion/
die 3. These, die ich nachreichen muss ist eine These für weiteren Forschungsfeld gedacht und ich weiß immer noch nicht wie ich sie darstelle oder diskutieren soll. soll ich dann auch etwas von meiner Dissertation dazu sagen oder wie?
Hallo Nari,
ich verstehe die Frage nicht ganz. Du musst insgesamt drei Thesen einreichen und eine davon soll sich nicht auf die Dissertation beziehen? Wenn das so ist, dann hört es sich nciht an, als bräuchtest du dann auch über deine Dissertation zu sprechen (bei der dritten These). Oder meinst du mit “weiteres Forschungsfeld” die Anschlussforschung? In diesem Fall würde ich mich auf jeden Fall darauf bezieht mit der These, wie diese an deine Dissertation anschließt/diese erweitert.
Viel Erfolg bei deiner Verteidigung
Liebe Grüße
Marlies