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SO kurbelst du die kreativität für deine doktorarbeit an

Episode #134

Podcast GLÜCKLICH PROMOVIEREN: Episode #134

von Dr. Marlies Klamt | Glücklich Promovieren

Podcast Dissertation
Kreativität beim Promovieren

Die Episode in 4 Sätzen

Kreativität spielt eine wichtige Rolle in der wissenschaftlichen Arbeit, da Innovation ohne Kreativität nicht möglich ist. Obwohl sich Kreativität nicht erzwingen lässt, können bestimmte Bedingungen geschaffen werden, um kreatives Denken zu fördern. Dazu gehört das Schaffen von Freiräumen und Leerstellen, um die Kreativität anzukurbeln. Eine bewusste Reduzierung der Arbeitsbelastung kann dazu führen, dass die Kreativität in Bezug auf die Promotion gesteigert wird.

Warum ist Kreativität in der Wissenschaft wichtig?

Vielleicht fragst du dich, was Kreativität in der Wissenschaft zu suchen hat. Kreativität hat in meiner Welt ihren festen Platz in der Wissenschaft.

Es gab auch durchaus mal Zeitpunkte, wo ich mich gefragt habe, ob andere das auch so sehen. Ich erinnere mich noch daran, dass ich zu Beginn meines Studiums eine meiner ersten Hausarbeiten zurückbekommen habe. Als Bewertung stand darauf: Trotz einiger Formfehler beim Zitieren wegen des kreativen Ansatzes noch eine gute Arbeit.

Damals war ich überrascht, weil ich gar nicht das Gefühl gehabt hatte, besonders kreativ gewesen zu sein. Ich dachte, vielleicht sollte ich in Zukunft versuchen, sachlicher, logischer und eben wissenschaftlicher zu sein. 

Warum ist Kreativität in der Wissenschaft wichtig?

Weil es meiner Meinung nach keine Innovation ohne Kreativität gibt.

Das heißt, immer dann, wenn wir den Anspruch haben, dass unsere Forschung in irgendeiner Form innovativ ist, muss uns vorher der kreative Blitz getroffen haben.

Wie du deine Kreativität anregen kannst

Und wie schaffen wir es nun, dass der kreative Blitz uns findet? Jetzt wird es ein wenig gemein, und ich habe die Vermutung, dass dir meine Antwort nicht besonders gefallen wird. Zunächst fürchte ich, dass Kreativität sich nicht erzwingen lässt. Das waren die schlechten Nachrichten. Die guten sind, dass wir Bedingungen schaffen können, die kreatives Denken fördern.

Freiräume und Leerstellen schaffen

Zu diesen Bedingungen gehört bei mir auf jeden Fall das Schaffen von Freiräumen und Leerstellen. Wahrscheinlich kennst du das auch. Du zerbrichst dir über etwas den Kopf und plötzlich kommt dir die Lösung genau dann in den Sinn, wenn du gerade etwas anderes tust und gar nicht mehr darüber nachdenkst. Duschen ist da ja immer so ein gutes Beispiel oder beim Spazierengehen. Diese kleinen auf den ersten Blick denkfreien Zeitinseln können dazu beitragen, dass deine Kreativität angekurbelt wird. Es kann aber auch sein, dass das nicht ausreicht und dass du größere Zeitinseln schaffen musst oder zahlreichere, bis du in den Kreativitätsmodus kommst.

Die ersten drei Monaten diesen Jahres habe ich ziemlich Gas gegeben und dann im April bewusst einige Gänge zurückgeschaltet. Ich habe deutlich weniger gearbeitet, mehr Zeit mit meiner Familie und meinen Freund*innen verbracht und mich endlich um eine Schulterverletzung gekümmert, die ich schon ein Jahr mit mir herumgeschleppt hatte.

Die Auswirkung auf meine Kreativität

Das Interessante war, dass ich nach etwa zwei Wochen in den Zeiten, in denen ich nicht gearbeitet habe, plötzlich jede Menge neue Ideen hatte. Zum Beispiel, was Podcast-Episoden oder Newsletter angeht, aber auch andere Angebote, die ich entwickeln könnte. Ich habe gemerkt, wie meine Kreativität mit voller Wucht zurückkam, was dann nicht ganz so gut zu dem Vorsatz gepasst hat, dass ich weniger arbeiten will. Aber das Schöne ist, dass wir ja nicht jedem Impuls nachgehen müssen.

Die Wirkung von Auszeiten

Trotzdem war ich überrascht davon, welche Auswirkung auf meine Kreativität im beruflichen Kontext diese paar Wochen hatten, in denen ich mein Arbeitspensum bewusst heruntergefahren habe. Ich könnte mir vorstellen, dass das etwas damit zu tun hat, dass wir, wenn wir in der Wissenschaft arbeiten, oft sehr stark die Seite unseres Hirns trainieren, die für Logik zuständig ist. Und dass diese Seite quasi unsere ganze Kapazität zieht. Erst wenn wir dieser Seite Raum geben und die Logikhirnseite nicht mehr unsere gesamte Rechenleistung aufbraucht, kann die andere Seite wieder in Schwung kommen und aktiv werden.

Mein Tipp für dich: Lass es bewusst lockerer angehen

Wenn du mehr Kreativität in Bezug auf deine Promotion verspüren möchtest, dann lass bewusst etwas lockerer und arbeite weniger. Damit meine ich jetzt sowohl die Diss als auch deinen Job & Co. Ich weiß, dass das nicht immer einfach ist und dass du sicher genug zu tun hast. Aber es kann sich lohnen und nicht nur dazu beitragen, dass sich manche Knoten plötzlich wie von alleine lösen, sondern auch dazu führen, dass es dir generell besser geht. Dein allgemeines Wohlbefinden steigt. Und da jetzt gerade Sommerzeit ist, ist es der perfekte Zeitpunkt, um weniger zu arbeiten.

Zum Thema der Auswirkung von Auszeiten, Urlaub und sogar Langeweile auf die Kreativität gibt es einige Studien, von denen ich dir ein paar weiter unten verlinke, falls du neugierig bist und dich weiter in das Thema einlesen möchtest.

Ein alternativer Ansatz: wenn Druck die Kreativität fördert

Eine Sache möchte ich noch hinzufügen: Wir sind zum Glück nicht alle gleich, und vielleicht ist es bei dir auch so, dass du gerade dann kreativ wirst, wenn du unter großem Druck stehst. Dann kannst du dir das Schaffen von Freiräumen sparen und einfach warten, bis die Deadline immer näher rückt. Das war jetzt nur ein halb ernst gemeinter Rat, kann aber bei der einen oder anderen Person durchaus funktionieren. Es heißt jedoch nicht, dass es deshalb für dich nicht auch funktionieren kann, den Druck rauszunehmen. Ob das der Fall ist, findest du am besten durch Ausprobieren heraus.

Schreibe mir gerne weiter unten in die Kommentare, ob du eher unter Druck oder durch Erholungszeiten kreativ wirst.

Ressourcen & Quellen aus der Episode (Stand: 12.07.2023): 

Syrek CJ, de Bloom J and Lehr D (2021). Well Recovered and More Creative? A Longitudinal Study on the Relationship Between Vacation and Creativity. Front. Psychol. 12:784844. doi: 10.3389/fpsyg.2021.784844

Mann, S., & Cadman, R. (2014). Does Being Bored Make Us More Creative? Creativity Research Journal, 26, 165 – 173.

Produktiver promovieren

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Wer steckt hinter der Promotionsheldin?

Hallo, ich bin Dr. Marlies Klamt!

Jahrelang habe ich selbst nach einem Weg gesucht, glücklich und zufrieden zu promovieren. Ich musste meine eigene Dissertation sogar 2x schreiben, bis ich ihn gefunden habe. Im zweiten Anlauf war ich nicht nur nach 9 Monaten fertig, sondern hatte die beste Work-Life-Diss-Balance meiner gesamten Promotionszeit.

Heute unterstütze ich Doktorandinnen wie dich durch Coachings, Kurse und meinen Podcast "Glücklich promovieren". Ich glaube fest daran, dass alle Superkräfte, die du für eine glückliche Promotion brauchst, bereits in dir schlummern. Lass sie uns gemeinsam wecken!

Dr. Marlies Klamt