Glücklich Promovieren

Episode #014

Effizient und schnell mit Pomodoro

von Dr. Marlies Klamt | Glücklich Promovieren Staffel 1 Episode #014

Hand aufs Herz: Wie zufrieden bist du mit deiner momentanen Arbeitsweise? Gibt es Potenzial nach oben? In deinen Promotionsalltag Struktur zu bringen, das ist das Ziel der Episode 14. Die Pomodoro-Technik hilft dir, deine Zeit zu strukturieren, indem du in 25 Minuten-Häppchen arbeitest. Empfohlene App zum Tracken der Pomodoros: www.pomodoro-tracker.de

Ressourcen aus der Episode: 

Pomodoro Tracker

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Effizient und schnell mit Pomodoro: Wie du mit der Pomodoro-Technik deinen Tag strukturierst

Effizient und schnell mit der Promotion voranzukommen – das hört sich an wie ein Traum, oder? Diesem Traum ein Stückchen näher zu kommen – genau darum geht es heute.

Sich seinen Promotionstag bzw. die Zeit, die man sich zum Promovieren freischaufeln konnte, so einzuteilen, dass man effizient arbeitet, ist gar nicht so leicht. Meist ist die Liste an To Dos genauso lang wie der Berg an Büchern auf deinem Schreibtisch hoch ist. Und schon schweift man ab, von einem zum nächsten oder noch schlimmer: Versucht alles gleichzeitig zu machen.

In deinen Promotionsalltag etwas Struktur zu bringen, das ist das Ziel der heutigen Episode. Ich möchte dir die Pomodoro-Technik vorstellen. Das ist eine Technik, deine Zeit zu strukturieren, indem du in 25 Minuten- Häppchen arbeitest.

Vielleicht denkst du jetzt: 25 Minuten? Das ist doch viel zu kurz! Was für eine absurde Idee! Zumindest habe ich das gedacht, als ich zum ersten Mal davon gehört habe. Aber so gut lief es dann auch wieder nicht mit meiner Methode, immer so lange zu arbeiten, bis ich mich müde fühle. Oder mir etwas anderes Wichtiges einfiel, das sofort erledigt werden muss.

Aber da mir jemand davon erzählt hatte, dem ich vertraute, dachte ich, ich gebe dem Ganzen zumindest mal einen Versuch. Und der Testlauf hat mich direkt überzeugt. Auch heute wende ich die Pomodoro-Technik immer noch beim Arbeiten an, vor allem zu Zeiten, wo mir ein Rhythmus und eine Struktur fehlen.

Aber jetzt erst mal von vorne. Ich will dich im Folgenden damit vertraut machen, was die Pomodoro-Technik genau ist, dir erklären, weshalb sie funktioniert und dir Tipps geben, wie du sie für dich anwendest.

Was ist die Pomodoro-Technik?

Die Pomodoro-Technik ist gar nicht mehr so neu. Erfunden hat sie der Italiener Francesco Cirillo im Jahr 1987. Übrigens, um sich für eine Klausur an der Uni vorzubereiten. Er hatte ein paar Probleme sich zu fokussieren und hat festgestellt, dass es mit der Konzentration besser klappt, wenn er sich eine Küchenuhr stellt.

Deshalb heißt die Technik übrigens auch Pomodoro. Pomodoro bedeutet im Italienischen Tomate. Sicher hast du auch schon mal so eine Küchenuhr in Tomatenform gesehen. Das war die Namensgeberin der Technik.

Aber bevor du gleich Lust auf Tomatensuppe bekommst – unser Gehirn ist ja ein Master im Ausflüchte suchen, wenn es ums Arbeiten geht – verrate ich dir lieber schnell, wie die Pomodoro-Technik funktioniert.

Wie funktioniert die Pomodoro-Technik?

Bei der Pomodoro-Technik wird die Arbeit in Intervalle von 25 Minuten aufgeteilt, die sogenannten Pomodoros. Wobei ich in Anlehnung an die Promotion gerne von Promodoros spreche.

Du fängst also an mit dem ersten Pomodoro bzw. Promodoro, machst nach 25 Minuten 5 Minuten Pause und wiederholst das Ganze vier Mal, bevor du eine längere Pause von einer Viertelstunde machst. Dann beginnt der nächste Zirkel. Hört sich doch gar nicht so schwer an, oder?

Die Idee dahinter ist, dass du deinem Körper und vor allem deinem Hirn regelmäßig eine Verschnaufspause gönnst und dann wieder frisch ins nächste Intervall startest. Außerdem geht es darum, sich auf EINE Aufgabe zu konzentrieren. Alles, was dir während der 25 Minuten in den Kopf kommt, schreibst du auf und legst es dann weg.

Was mir besonders gut gefällt ist Cirillos Ansatz, dass du wertschätzend mit dir umgehst und dich nicht dafür verurteilst, dass du andere Gedanken hast, sondern diese wahrnimmst, anerkennst und für später aufbewahrst.

Wie kannst du die Pomodoro-Technik für die Doktorarbeit verwenden?

Mach dir vorher Gedanken darüber, welche Aufgaben du zu erledigen hast und wie du sie in 25 Minuten-Einheiten einteilen kannst. Entscheide, in welcher Reihenfolge du sie bearbeiten möchtest. Je länger du die Pomodoro-Technik verwendest, umso besser lernst du einzuschätzen, wieviel Zeit eine Aufgabe tatsächlich braucht.

Das passiert nämlich auch häufig, wenn wir unseren Tag planen: Wir unterschätzen den Zeitaufwand vieler Aufgaben und sind dann am Ende frustriert, wenn wir nur die Hälfte geschafft haben.

Andererseits kannst du dich auch selbst kontrollieren, um für Aufgaben nicht mehr Zeit zu verwenden, als du vertretbar findest. Wenn du dich also gerne verzettelst, wenn du deiner Doktormutter schreibst, setz dir dafür ein Limit von 25 Minuten und danach schickst du die E-Mail ab. Glaub mir, der Druck führt dazu, dass du bis dahin auch etwas Sinnvolles geschrieben hast.

Ich persönlich würde den Tag mit den Pomodoros anfangen, bei denen du die meiste geistige Power brauchst, weil dein Kopf zu Beginn einer Einheit noch frisch ist. Zumindest wenn du diese nicht an einen vollen Arbeitstag hinten anhängst. Es versteht sich von selbst, dass die Einheiten auch logisch aufeinander aufbauen müssen. Wenn du also einen Text lesen und dann ein Abstract dazu schreiben willst, musst du natürlich erst lesen und dir ggf. Stichworte machen und dann kannst du erst das Abstract schreiben.

Auch ist nicht jede Arbeit dafür geeignet, in ein Pomodoro gepackt zu werden. Wenn du dir bei einer Aufgabe unsicher bist, würde ich es einfach mal ausprobieren. Auch was die 25 Minuten angeht, würde ich erst mal bei dieser Länge bleiben, weil sie sich vielfach bewährt hat. Wenn du dann nach einigen Tagen oder Wochen merkst, dass das für dich zu kurz oder zu lange ist, kannst du das natürlich anpassen.

Soll heißen: Du musst dich nicht zu einer fünfminütigen Pause zwingen, wenn du beim Schreiben immer erst nach 20 Minuten richtig in den Flow kommst. Wenn du allerdings merkst, dass du dabei immer die Zeit vergisst und nach zwei Stunden völlig ausgelaugt bist und nichts anderes mehr anpacken kannst, würde ich durchaus einmal darüber nachdenken, es mit den 25 Minuten oder vielleicht 45 Minuten zu probieren.

Andererseits gibt es auch Aufgaben, die zu kurz für eine Einheit sind. Da kannst du dann mehrere in einer Einheit zusammenfassen.

Das gilt übrigens auch für die Anzahl der Pomodoros: Achte hier auf dich und darauf, wie viele Pomodoros für dich sinnvoll sind, um möglichst produktiv zu sein.

Noch ein paar Tipps für die Arbeit mit der Pomodoro-Technik. Suche dir einen ungestörten Platz dafür. Sorge dafür, dass du möglichst ablenkungsfrei arbeiten kannst. Gib den Menschen, die dich unter Umständen stören könnten Bescheid, dass du in den kommenden Stunden konzentriert arbeiten möchtest, damit keine Mitbewohnerin in dein Zimmer platzt.

Stelle dein Handy in den Flugmodus und ggf. dein Internet am Laptop aus, wenn du es nicht zur Recherche benötigst. Falls du auf Oldschool Küchenuhren stehst, kannst du dir natürlich gerne eine Tomate stellen.

Ich persönlich nutze lieber Apps. Mein Favorit ist der Pomodoro-Tracker. Den Link dazu setze ich für dich in die Shownotes. Der Tracker hat den Vorteil, dass du dir je nach Kategorie eine To Do-Liste schreiben kannst und verschiedene Pomodoros für deinen Tag planen kannst. Wenn du angemeldet bist, wird dein Arbeitsverlauf zudem gespeichert. Am Ende jeder Einheit teilt dir der Timer mit, ob es Zeit für eine kurze oder eine lange Pause ist.

Versuche, deine Pause nicht mit dem Schreiben von E-Mails oder dem Checken von WhatsApp oder Facebook zu verbringen. Sondern stehe auf, dehne dich kurz oder koche dir einen Tee.

Das wars

Jetzt wünsche ich dir ganz viel Spaß beim Ausprobieren der Pomodoro-Technik! Wenn dir diese Folge gefallen hat, dann lass mir doch ein paar Sterne hier!

Wir hören uns nächsten Mittwoch, bis dahin fokussiertes Arbeiten und viele erfolgreiche Promodoros!

Deine Marlies

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