Glücklich Promovieren

Episode #86

Plagiate vermeiden und sauber zitieren: Problemfälle und Lösungen

von Dr. Marlies Klamt | Glücklich Promovieren Staffel 1 Episode #86

Plagiate vermeiden

Du hast Angst, in deiner Dissertation aus Versehen zu plagiieren? Lass uns deine Angst auf den Prüfstand stellen und schauen, ob sie berechtigt ist oder nicht. In Episode #86 stell ich dir 7 Problemfälle in Bezug auf Plagiate vor und wie du sie vermeiden bzw. für dich lösen kannst. Außerdem verrate ich dir, was ich von Plagiatssoftware halte.

Problemfälle und Lösungen

Fall 1: Plagiate durch direkte Zitate ohne Quellenangabe

Eine Quelle ist gar nicht kenntlich gemacht und ein oder mehrere Sätze oder Satzteile sind 1:1 übernommen.

Lösung: Das passiert dir, wenn du schlampig arbeitest. Deshalb ist die Lösung, um dieses Plagiat zu vermeiden: Leg dir ein sauberes System zu, um Zitate abzulegen, z.B. mit Hilfe einer Literaturverwaltungs-Software.

Fall 2: Indirektes Zitat ohne Quellenangabe

Eine Quelle ist gar nicht kenntlich gemacht, aber der Inhalt eines Satzes / Abschnittes geht auf die Quelle zurück und ist keine Eigenleistung von dir.

Lösung: Um diese Art von Plagiaten zu vermeiden, schaue ebenfalls, dass du auch inhaltliche Punkt aus anderen Büchern / Texten / Studien so ablegst, dass du immer genau zuordnen kannst, was aus welcher Quelle stammt.

Fall 3: Falsche Quelle / fehlende weitere Quellenangaben

Es ist die falsche Quelle aufgeführt bzw. nur eine Quelle, aber der Abschnitt der Dissertation setzt sich aus Teilen zusammen, die sich auf mehr als diese eine Quelle beziehen.

Lösung: Auch hier – Weg suchen, um hier sauber zu arbeiten. Das hängt ein wenig davon ab, wie du Texte schreibst und wie du arbeitest.

Wenn du z.B. Zitate in einem Dokument hast, die du für ein bestimmtes Kapitel verwenden willst, dann achte darauf, dass du IMMER (wirklich immer!) die Quelle mit angibst. Und diese unbedingt auch mit übernimmst, wenn du z.B. über Copy & Paste Teile von einem Dokument in ein anderen überträgst. Damit vermeidest du derartige „Copy & Paste“-Plagiate.

Wenn du mit Literatursoftware arbeitest, dann kannst du die Quelle auch direkt aus der Software heraus mit der Textstelle verknüpfen.

Fall 4: Originalquelle nicht gesucht

Die Quelle ist aufgeführt, aber die genannte Autor*in bezieht sich selbst auf jemand anderen.

Lösung: Suche immer die Originalquelle heraus! Ich weiß, das macht Arbeit. Ich weiß, das kann nerven.

Aber nur so kannst du vermeiden, dass sich Fehlinterpretationen weiter und weiter tragen. Wenn du keinen Zugriff auf die Originalquelle hast: Benutze „zitiert nach“!

Fall 5: Satzumstellungen

Die Quelle ist zwar aufgeführt, aber der eigene Text besteht aus Versatzstücken des Originaltextes (oder sogar einer komplett übernommenen Passage), also aus direkten Zitaten, die so nicht kenntlich gemacht sind

Lösung: Direkt zitieren, also durch Anführungszeichen deutlich machen, dass die Formulierung nicht von dir stammt (wenn es wichtig ist, das du den Text wörtlich übernimmst).

Oder: den für dich inhaltlich wichtigen Punkt in deine eigenen Worte fassen. Lerne, richtig zu paraphrasieren.

Fall 6: Unheitliche Zitierweise

Handwerkliche Fehler: Die Zitierweise ist uneinheitlich.

Lösung: Am Ende die gesamte Dissertation noch einmal überprüfen. Entscheide dich außerdem von Anfang an für eine Zitierweise. Wenn du dir unsicher bist, welche bei dir im Fach üblich ist, spreche dich ggf. mit deiner Betreuer*in ab.

Fall 7: Quelle ist falsch aufgeführt

Handwerkliche Fehler: Die Quelle ist fehlerhaft aufgeführt, z.B. hast du mit mehreren Ausgaben eines Buches gearbeitet und die falsche aufgeführt.

Lösung: Auch hier ist die Lösung – sauber arbeiten. Schreibe immer schön dazu, was aus welcher Ausgabe stammt. Wenn es sich vermeiden lässt, arbeite nur mit einer Ausgabe.

Und überlege dir gerade für solche Problemfälle, die immer wieder auftauchen, wie du sie vermeiden kannst und damit die Gefahr für Plagiate reduzierst.

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