Glücklich Promovieren

Episode #74

Wirst du panisch, wenn du an den Zeitplan für deine Promotion denkst?

E-Book Anleitung Zeitplan Dissertation

Wann, wie oft und wie viel über die Dissertation sprechen?

von Dr. Marlies Klamt | Glücklich Promovieren Staffel 1 Episode #74

Wann, wie oft und wie viel solltest du von deiner Dissertation sprechen und sie nach Außen präsentieren? Ist es besser, die auf die Doktorarbeit zu fokussieren oder dich auch promotionsnahen Aufgaben zu widmen, wie Lehraufträgen, Vorträgen usw.?
Anhand von 3 Punkten helfe ich dir, diese Fragen für dich zu beantworten.

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Wann, wie oft und wie viel über die Dissertation sprechen?

Auf folgende drei Punkte gehe ich ein:

Ziel der promotionsnahen Aktivitäten

Klarheit & Berufswunsch

Versuche Klarheit über das Ziel der promotionsnahen Aktivitäten zu bekommen. Was für einen Berufswunsch hast du? Strebst du eine Karriere in der Wissenschaft oder einem wissenschaftsnahen Feld an? Dann wird eine Priorität eine andere sein, als wenn du nicht an der Uni oder einer Forschungseinrichtung bleiben willst

Lehraufträge schlucken zum Beispiel unglaublich viel Zeit und Energie, vor allem, wenn du einen Kurs zum ersten Mal gibst. Und die finanzielle Entlohnung eher symbolisch.

Deshalb: Wenn du später an der Uni arbeiten möchtest und z.B. über ein Stipendium promovierst. Dann sind Lehraufträge sicher keine schlechte Idee, weil du dadurch Lehrerfahrung sammelst und eine Anbindung ans Institut hast. Sonst: eher nein.

Wenn du als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni arbeitest und den Berufswunsch Professorin hast: Dann biete dich an, um bei einem Berufungsverfahren in die Kommission zu gehen. So bekommst du einen direkten Einblick in dein Fachgebiet, wie ein solches Verfahren ablaufen kann.

Plane strategisch

Plane strategisch – sowohl, was den Zeitpunkt angeht als auch die Anzahl der Veröffentlichungen. Denke auch daran, dass Qualität gegebenenfalls wichtiger ist als die Anzahl der veröffentlichten Artikel. Also ein Peer reviewed article mehr wert ist. 

Schau dir Lebensläufe an von Personen, die auf den Stellen sitzen, die du gerne hättest. Gerade bei Juniorprofessuren wirst du da zum Beispiel sehen, was die alles schon gemacht haben an Vorträgen und Publikationen, bevor sie die Juniorprofessur angetreten haben

Gehe also strategisch vor. Überlege dir eine Anzahl an Vorträgen / Publikationen und wo:

  • national vs. international
  • Publikation in Sammelband vs. Publikation in Fachzeitschrift
  • peer reviewed versus nicht (was hat welchen Stellenwert in deiner Fachkultur)

Dann sprich mit deiner Betreuer*in oder wenn du eine Mentorin hast, unbedingt auch mit der, ob das, was du dir ausgedacht hast, realistisch ist.

Und zwar sprich sowohl über die ZEITPUNKTE also das WANN als auch über die HÄUFIGKEIT also das WIE OFT.

Trage Vorträge und Publikationen in den Zeitplan ein

Plane die Vorträge und Publikationen im Zeitplan ein. Wie eingangs gesagt, wenn du eine Vorlage für einen Zeitplan brauchst, dann lade dir das kostenlose E-Book herunter. Darin gibt es auch zwei Mustervorlagen, die du für dich anpassen kannst. 

Worauf ich nicht näher eingehen will, aber es zumindest erwähnen: das Netzwerken. Bei Besuchen von Konferenzen und zum Beispiel auch durch gemeinsamen Publikationen baust du dir ein Netzwerk auf. Dass „am Ende nur der Titel zählt“, würde ich also so nicht in jedem Fall bestätigen.

Eine Bewerbung von jemandem, den ich schon kenne, den ich auch persönlich einschätzen kann, lese ich ganz anders als von jemandem komplett Fremden.

Art der Rückmeldungen, die du von der Betreuer*in bekommst

Als nächstes möchte ich einen ganz anderen Punkt aufgreifen. Nämlich den, wie oft du mit deiner Betreuer*in über deine Arbeit kommunizieren solltest.

Die wenigsten Betreuer*innen fordern nach meiner Erfahrung regelmäßiges Feedback ein. Wenn das bei dir auch so ist, dann liegt es weitgehend in deiner Hand, dir Rückmeldungen zu holen oder das zu unterlassen.

Wie oft du das machen willst, hängt auch davon ab, wie du mit Feedback umgehst, wie leicht du dich verunsichern lässt. Hör dir dazu auch die Folgen 10 und 11 zum Umgang mit Kritik an.

Frag dich selbst: Wie gehst du aus Gesprächen mit deiner Doktormutter, deinem Doktorvater heraus oder auch aus E-Mail-Kommunikation mit Feedback?

Fühlst du dich jedes Mal wie durch den Fleischwolf gedreht und so, als ob du die Arbeit noch mal von vorne strukturieren und planen müsstest?

Oder hast du gezieltes Feedback bekommen, mit dem du gut weiterarbeiten kannst, dass dir aufgezeigt hat, wo du die Richtung etwas anpassen musst und wo du auf dem richtigen Weg bist?

Überlege dir, wann du das beste also das brauchbarste Feedback bekommst: Wenn du ausgereifte Ideen produzierst? Oder ist deine Betreuer*in auch eine Person, mit der du gut brainstormen kannst oder halbgare Ideen gemeinsam ausbrüten?

(Kleine Einschätzung meinerseits: die meisten sind besser darin, ausgereifte Ideen zu beurteilen.)

An diesen Fragen würde ich das WANN und das WIE OFT du dich mit deiner Betreuer*in zu deiner Doktorarbeit austauschen solltest, festmachen.

Wann der Zeitpunkt gekommen ist, nicht mehr über die Dissertation zu sprechen

Irgendwann kommt der Punkt, wo Feedback von außen in Form von Anregungen, was du „auch noch“ oder „stattdessen“ machen könntest nicht mehr sinnvoll ist. Egal, ob es sich auf Theorie, Methodik oder den Untersuchungsgegenstand, deine Daten etc. etc. bezieht.

Wann ist dieser Moment gekommen? Spätestens dann, wenn du dabei bist, die letzten Kapitel zusammenzuschreiben und eigentlich alles schon steht und nur noch in Form gebracht werden muss. Denn dann kennst du deinen Kurs und brauchst niemanden mehr, der ihn von außen korrigiert.

Sprich: In dieser Phase sind die einzigen Personen, von denen ich ÜBERLEGEN würde, Feedback einzuholen: Doktormutter/Doktorvater bzw. Zweitbetreuer*in.

Denn die werden am Ende deine Arbeit beurteilen.

Ansonsten würde ich versuchen, deine Arbeit in der Endphase was den Inhalt angeht gut zu „schützen“ und dich nur noch mit Leuten auszutauschen, die unterstützend sind. Und nicht entweder 1.000 neue Ideen haben, was man besser/anders machen könnte und auch das Bedürfnis, diese mit dir zu teilen oder zum anderen sowieso alles kritisieren, was du ihnen vorsetzt.

Das bezieht sich auch auf anderen Promovierende, Schreib-Tandems etc.

Wohlgemerkt: Dann, wenn eigentlich schon alles steht.

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